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Sie ist das meistfotografierte 'Model' Helsinkis, wurde in Paris 'geboren', soll die Seele der Stadt symbolisieren und wegen ihr heißt Helsinki auch 'Tochter der Ostsee'. Selbstbewusst und unverhüllt zieht sie mit ihrer stolzen Größe von zwei Metern alle Aufmerksamkeit auf sich und sonnt sich in dem Erfolg, die Verkörperung Helsinkis zu sein: Die Meerjungfrau Havis Amanda, von den Finnen liebevoll Manta genannt.



Auch Joseann Freyer-Lindner besucht mit ihren Reisegruppen die bronzene Statue, die als Brunnenfigur am Kauppatori, dem Marktplatz am Hafen steht. Die internationale Gästeschar lauscht den  Ausführungen der Stadtführerin über die schwierige Anfangszeit der holden Maid in ihrer Heimatstadt.



Finnlands zauberhafte Klangwelt erleben

Thematisch passend zur Sehenswürdigkeit, werden die Besucher zudem musikalisch eingestimmt und genießen in Gegenwart von Manta die wunderbare Stimme der finnischen Folk-Sängerin Merja Soria. Manta ist eine weitere wunderbare Etappe auf einer musikalischen und einzigartigen Sightseeing-Tour durch Helsinki. Drei Stunden lang führt Joseann Freyer-Lindner die interessierten Besucher zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt und entführt sie in die zauberhafte Klangwelt Finnlands.



Die autorisierte Stadtführerin und Inhaberin von Citi-Tunes bietet – weitab des Mainstreams – hochwertige musikalische Stadtführungen für Menschen an, die das Besondere suchen.

Drei Tour-Module: Klassische, Hip&Rock und Weihnachtstour

Helsinki-Fans oder solche, die es werden möchten, können zwischen drei verschiedenen Tour-Modulen wählen: Der Klassischen, der Hip&Rock oder der Weihnachtstour. Die klassische Tour ist – wie der Name vermuten lässt – für Menschen, die klassische Musik lieben, sich aber auch für die musikalischen Wurzeln Finnlands interessieren und offen sind für neue Musikrichtungen. Sie enthält neben klassischer Musik auch traditionelle Volksmusik, aus der auch Finnlands prominentester Komponist Jean Sibelius geschöpft hat. "Das musikalische Stadtprogramm wird mit Tango-Rhythmen, moderner Klassik oder experimenteller Folkmusik abgerundet", erklärt die Weltbürgerin, die 13 Jahre in Finnland gelebt hat und nun aus familiären Gründen zwischen Deutschland und Suomi pendelt.



Für Menschen, die moderne Musik mögen, ist die Hip&Rock-Tour gedacht. Beim Entdecken von Finnlands Hauptstadt können die Gäste die Musik der bekanntesten finnischen Rockbands wie beispielsweise Nightwish, HIM, The Rasmus oder Apocaplyptica dort genießen, wo sie ihre Ursprünge hat. "Mit Humppa – einem nicht ganz ernstgemeinten Musikstil – amüsiere ich meine Gäste eher", fügt Freyer-Lindner mit einem Augenzwinkern hinzu. Die Weihnachtstour führt je nach Wettersituation durch Schneeberge oder schöne Innenpassagen, bezaubert mit finnischen Weihnachtsmelodien und endet zum Wiederauftauen mit heißem Glögi. "Ziel bei allen Touren ist es, die Innenstadt mit ihrer Geschichte vorzustellen" so die Citi-Tunes-Inhaberin. "Nur der Bezug zur Musik ist jeweils ein anderer".

Helsinkis Sehenswürdigkeiten

Die internationalen Besucher können sich auf Helsinkis Sehenswürdigkeiten wie den Senatsplatz, die Uspenski-Kathedrale, den Marktplatz am Südhafen mit Präsidentenpalast, die Esplanaden mit ihren herrlichen Gründerzeithäusern, den Bahnhof, das Parlamentsgebäude, auf die Kapelle der Stille und andere Highlights freuen und diese durch die ausgewählte Musik jeweils intensiv erleben.







"Weitere interessante Details werden erst während der Tour verraten", verspricht Freyer-Lindner. 





Begeistert immer: Die finnische Musik

Im ruhigen Tempo erleben die Spaziergänger zu Fuß Finnlands Hauptstadt. Der Dreiklang aus Stadtentdeckung, Geschichte und Musik kommt bei den Teilnehmern gut an.





"Ich bin begeistert von der interessanten und inspirierenden Tour", schwärmt eine Teilnehmerin aus San Francisco. "Durch die jeweils zur Sehenswürdigkeit thematisch eingespielten Musikstücke wird die Geschichte einschließlich der Stadtviertel wieder lebendig. Ich fühle mich bestens informiert!"





"Mich haben die Eisbrecher ungemein beeindruckt", berichtet ein Gast aus Kapstadt. Eine andere Urlauberin ist wiederum von der orthodoxen Uspenski-Kathedrale fasziniert. "Oh, das ist ja richtig schön hier! Wir möchten unbedingt wiederkommen", ist ein Feedback, welches die Stadtführerin von vielen Teilnehmern gespiegelt bekommt.

Zu Beginn der Tour erhalten die Gäste einen Audioempfänger und Kopfhörer, so dass an besonderen Orten, aber auch während des Gehens Musik gehört werden kann. Die Anlage ermöglicht es der Stadtführerin außerdem, über ein Mikrofon, während des Spazierganges Informationen zu geben. So bleibt der Gast flexibel und ist dennoch immer akustisch verbunden. Allen Teilnehmern kann somit dasselbe Knowhow vermittelt werden.

Atmosphärischer Seelenabdruck durch die Musik

"Viele Orte in der Stadt haben eine konkrete Beziehung zur Musik", erläutert die Helsinki-Expertin. "Im Hotel Kämp hat Sibelius zum Beispiel viele Stunden verbracht und unter anderem den berühmten 'Valse triste' komponiert". Wo immer möglich, nimmt sich Freyer-Lindner mit ihren Gästen die Zeit, um zu verweilen, damit in Ruhe und Muße die Begegnung mit der Musik stattfinden kann. "Wie bei einer normalen Stadtführung gebe ich Informationen zu den verschiedensten Orten", erklärt sie. "Als besonderes Bonbon allerdings erhalten meine Gäste noch einen 'atmosphärischen Seelenabdruck' durch die Musik".



Nachhaltigkeit und 'musikalische Lobbyarbeit' ist der Sightseeing-Expertin wichtig. Zum Abschluss der Tour erhalten die Teilnehmer daher eine Liste der Musikstücke, der Bands, Solisten oder Komponisten.



Finnische Musik ist Unterhaltung und Magie

Finnische Musik hat die Unternehmerin mit der sportlichen Kurzhaarfrisur schon immer fasziniert. "In ihr steckt eine magische Kraft, die mich berührt und die sich – das zeigt die Geschichte – auch im politischen Geschehen ausgedrückt hat. Die 'Finlandia' von Sibelius war beispielsweise eine Art geheime Hymne der Nationalbewegung im Kampf gegen die zunehmende Unterdrückung durch den letzten russischen Zaren, Nikolai II. Im zweiten Weltkrieg ist es den Finnen tatsächlich gelungen, ihre Unabhängigkeit und ihre Demokratie zu verteidigen und auch hier spielte ein Musikstück eine nicht unwichtige Rolle", so der historische Exkurs der Stadtführerin.

"Musik war und ist eine wichtige Kraft im Leben der Finnen. Immerhin war auch der Held Väinämöinen im Nationalepos Kalevala, das auf den Runengesängen der karelischen Kultur beruht, mit einer magischen Stimme gesegnet. Von meiner eigenen Begeisterung für die finnische Musik war es nur ein kleiner Schritt zu der Idee, die finnische Musik 'in die Welt zu tragen' und nicht nur eine herkömmliche, sondern eine musikalische Stadtführung anzubieten, damit Interessierte Helsinki mit allen Sinnen genießen können".

Thematische Touren mit vielen Informationen

Die Expertin lässt neben dem musikalischen Erleben der Sehenswürdigkeiten, Geschichtliches, Kulturelles, Geografisches, Kulinarisches und Menschliches in ihre thematischen Touren einfließen.



So erfahren die Teilnehmer, dass kaum eine andere Hauptstadt gleicher Größe von so viel Natur umgeben ist. Helsinki ist förmlich eingebettet in die Schärenküste des Finnischen Meerbusens und man ist schnell in der Wildnis des Nationalparks Nuuksio oder in der schönen Kulturlandschaft Südfinnlands.



Das erklärt, warum Musik in Finnland vor allem mit Stille zu tun hat. Sie wird aus der Stille der ausgedehnten Wälder und Seen – und aus dem heiß-kalten Kontrast der finnischen Sauna – heraus geboren. Insbesondere durch die Musik ist auch spürbar, dass die Finnen ein starkes Volk sind, welches solidarisch zusammenhält.



Magischer musikalischer Spirit gepaart mit einzigartiger Stadttour

"Mich fasziniert die Tiefe, aus der die traditionelle finnische Musik kommt, die andere Klangwelt, vor allem die der Kantele", erklärt Freyer-Lindner. "Begeistert bin ich auch von den besonders ausprägten Stimmen, die bei den Finnen enorm kräftig sind und von irgendwo ganz tief unten kommen. Charakteristisch war diese intensive Stimme zum Beispiel bei den Runensängern. Immer wieder erlebe ich, wie Musik eine Wirkung entfaltet und offenbar geistige Kräfte mobilisiert, die das Schicksal dieses kleinen Volkes bis in den politischen Bereich beeinflussen". Joseann Freyer-Lindner macht es großen Spaß, diesen magischen musikalischen Spirit in ihren Führungen einzubauen. Die positive Resonanz ihrer Gäste ist ermutigend und eine Bestätigung für die Helsinki-Expertin, dass die Touren für Interessierte ein besonderes touristisches Highlight sind.



Kaffeeklatsch und Interview mit Joseann Freyer-Lindner

Da in keinem anderen Land so viel Kaffee getrunken wird wie in Finnland, gibt es in Helsinki zahlreiche gemütliche Cafés, von denen Eines schöner ist als das Andere. Um mehr über Joseann Freyer-Lindner und ihre einzigartigen Citi-Tunes-Stadtführungen zu erfahren, trifft sich Hipburn mit der Helsinki-Expertin im 'Café Regatta' zum Kaffeeklatsch und Interview. Dieses gemütliche Holzhäuschen in der Nähe des Sibelius-Denkmals versprüht einen ganz besonderen Charme.



Hipburn Frau Freyer-Lindner, was fasziniert Sie an Finnland? Warum die Liebe zu diesem Land?

Freyer-Lindner Das Faszinierende an Finnland ist, dass es völlig anders ist, irgendwie exotisch, manchmal auch völlig absurd und unverständlich. Und das mitten in Europa. Dies hat vor allem mit der finnischen Sprache zu tun, die ein 'eigener Gedankenraum' und völlig anders ist als alle indogermanischen Sprachen. Finnland liegt genau an der Grenze zwischen Ost und West ist für mich wie ein Anker zwischen den Polaritäten der Welt. Finnland bewahrt für mich durch die Sprache eine völlig andere Sichtweise auf die Welt. Es gibt zum Beispiel im Finnischen keine Trennung in 'er' und 'sie', alle Menschen sind 'hän' und dadurch auf einer Stufe.

Hipburn Sie bieten in Helsinki besondere musikalische Stadttouren an. Was begeistert Sie an dieser Stadt?

Freyer-Lindner Die Stadt ist einfach sympathisch und sehr kreativ. Ich mag Helsinki, weil es am Meer liegt, oder besser, vom Meer umgeben ist, viele Inseln vor der Küste hat und fünf Häfen. Der Himmel ist oft unglaublich blau und klar. Es gibt immer frische Luft – im Winter allerdings reichlich kalte Brisen und aufgetürmte Eisschollen. Helsinki hat eine menschliche Größe, die genug Abwechslung bietet. Die Stadt ist sauber, die Menschen sind freundlich und höflich, wenn auch etwas zurückhaltend. Die Stadt hat auch – nicht nur klimatisch bedingt – eine raue Seite. Das gefällt mir einfach. Das Stadtzentrum mit dem Senatsplatz und den über 600 großen Jugendstilgebäuden ist sehr schön und es entstehen tolle neue Gebäude, wie beispielsweise die neue Stadtbibliothek. Ich mag die vielen Schiffe, ganz besonders die Eisbrecher, ohne die Finnlands Wirtschaft im Winter nicht funktionieren könnte.



Hipburn Welche finnische Musik spricht Sie besonders an?

Freyer-Lindner Oh...da gibt es eine lange Liste! Sibelius natürlich, aber auch sein erster Kompositionsschüler Toivo Kuula mit seinen 'nationalromantischen Chorliedern'. Ich mag vor allem finnische Gesangsgruppen, wegen ihrer charakteristischen Stimmen. Faszinierend finde ich, wie traditionelle Instrumente neu erfunden werden, zum Beispiel Kimmo Pohjoinen mit seinem Akkordeon, Timo Väänänen mit der elektrischen Kantele, ausgebildete Cellisten spielen Rockmusik und Opernsänger singen Tango. Die enorme Fülle und Vielfalt an Musikern, Gruppen und Musikstilen, die es in diesem kleinen Volk gibt, finde ich beeindruckend. Die Musiker sind richtig gut ausgebildet und bleiben irgendwie immer Finnisch. Egal, ob sie Reggae, Rap oder Popmusik machen.

Hipburn Was bedeutet Musik für Sie?

Freyer-Lindner Ich höre Musik, die etwas Erhebendes, Beruhigendes und Inspirierendes hat. Und die den Geist beflügelt.

Hipburn Welche Projekte und Visionen stehen für die Zukunft an?

Freyer-Lindner Gerne möchte ich mehr kulturell interessierte Gruppen für die Tour gewinnen und regelmäßig Führungen für Kreuzfahrtschiffe anbieten, die im Sommer sehr zahlreich im Hafen liegen. In der Zukunft möchte ich Musiktouren auch in anderen Städten anbieten. Außerdem würde ich gerne eine Radiosendung oder TV-Reihe mit Menschen machen, die lange im Ausland gelebt haben. Gemeinsam möchte ich mit ihnen erforschen, wie das Leben im Ausland sie verändert hat, welche Dinge sie für sich in der anderen Kultur gelernt haben und welche sie in ihr eigenes Leben integriert haben oder in ihre eigene Kultur übertragen würden. Dazu natürlich Musik aus den entsprechenden Ländern. Ich denke, Menschen zieht es nicht nur aus individuellen Gründen in bestimmte Länder und es wäre schön, wenn ihre Erfahrungen uns alle bereichern könnten.

Liebe Joseann Freyer-Lindner, herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

Fotos: Joseann Freyer-Lindner, Svenja Lindner, Sabine Binder

www.citi-tunes.com
Beitrag von Ulrike Fieback  /  04. Juli 2017  /  Drucken  /  Fehler melden  /  Erschienen bei Hipburn / © hipburn.de
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