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Er gehört zu den 101 bedeutendsten Künstlern unserer Zeit. Die neueste Ausgabe des 'Who's Who in Visual Art - 101 Top Fine Artist of our day' widmet ihm gleich mehrere Seiten: Clemens Scheer. Für seine Kunstwerke hat der Krefelder Künstler zudem das 'Certificate of Excellence' erhalten. Auch im aktuellen 600-seitigen Boesner-Kunstband 'Kunstwelten VI' ist Scheer mit seiner oxidativen Mischtechnik vertreten.



Ein Remake der Mona Lisa im Pop-Art Stil

Der talentierte Künstler verliert sich nicht im Kleinen. 'Think Big' ist seine Devise. Würde Leonardo da Vinci noch leben, hätte er den großen Wunsch, gemeinsam mit dem Meister an einem 'Remake' der Mona Lisa – dem berühmtesten Werk überhaupt - zu arbeiten. "Allerdings farbenfreudiger und wesentlich größer. Vielleicht sogar im Pop-Art-Stil", beschreibt Scheer seinen Traum.



Drei Jahrzehnte künstlerische Leidenschaft

Keine Fiktion, sondern faszinierende Realität: Seit mehr als drei Jahrzehnten begeistert und überzeugt der Autodidakt – der nie Kunstseminare besucht hat – mit seinen Werken. "Sämtliche Maltechniken sowie das Arbeiten mit Objekten habe ich mir selbst angeeignet", berichtet Clemens Scheer. Auch nach 30 Jahren spürt er eine innere treibende Kraft, seiner künstlerischen Passion zu folgen und stets 'dranzubleiben'. "Die Herausforderung an mich, immer wieder etwas Neues umzusetzen, um mir und anderen Menschen damit Freude zu bereiten, lässt mein inneres Feuer lodern", erklärt Scheer seine Leidenschaft. "Wer wie ich 'Blut' geleckt hat, kommt nicht mehr davon los".

Diese Liebe zur Kunst lässt spüren, dass Malen und kreatives Schaffen im Leben des Rheinländers eine elementare Rolle einnehmen. "Ich kann dabei wunderbar entspannen sowie meinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf lassen. Gerne in 'Begleitung' eines spanischen Reserva-Rotweines", so Scheer augenzwinkernd.



Die Weichen für seine Kunstkarriere zeichneten sich schon im Kindesalter ab. Bereits im zarten Alter von acht Jahren erkannte die Kunstlehrerin in der Grundschule sein Talent. Ihr fiel auf, dass Clemens ein ausgeprägtes Empfinden für Perspektiven und Räumlichkeiten hatte und stets bildmittig arbeitete. Die Pädagogin sollte Recht behalten. Heute ist Clemens Scheer international ein erfolgreicher Künstler im Bereich der Malerei und Objektkunst.



Beeindruckendes Kunst-Portfolio

Der gebürtige Düsseldorfer ist thematisch breit aufgestellt. Sein vielfältiges Kunst-Portfolio beinhaltet interessante Gegensätzlichkeiten. Organische Formen lösen Geometrische ab und farbintensive Gemälde treffen auf schwarz-weiße Kunstwerke. Eindrucksvoll auch der Bereich, in dem der Künstler nur Edelmetalle verarbeitet. "Metallische Farben wie beispielsweise Gold, Silber und Chrom haben einen sehr edlen Charakter und verleihen dem Bild oder Kunstobjekt eine besondere Note und ein glänzendes Finish", so seine Interpretation.



Einzigartig: Projekt Replica

Ein besonderes Augenmerk verdient sein Projekt 'Replica', ein Wortspiel aus Reproduktion und Tamara de Lempicka. Scheer, der acht Kunstbände über die polnische Malerin, einer Ikone und Diva des Art Déco besitzt, ist begeistert von der 'schönen Polin', wie man sie in der Pariser Gesellschaft der zwanziger und dreißiger Jahre nannte.





"Meine erste Begegnung mit ihr war ein Posterdruck", erinnert sich der Künstler. "Sofort war ich von der Eleganz und dem Posing der Dame einschließlich ihrer Garderobe beeindruckt". Dieser 'erste Eindruck' gestaltete sich derart nachhaltig, dass er beschloss, die Bilder von Tamara de Lempicka zu reproduzieren. Allerdings nicht 1:1, sondern mit eigener individueller Handschrift. Die Gesichtskonturen malte er bevorzugt klarer, wodurch die Modelle frischer und jünger wirken und die komplette Bildkomposition noch eleganter erscheinen lässt.



Kühl-erotische Sehnsüchte der Pariser Gesellschaft

Insgesamt entstanden unter Scheers Händen in den Jahren 2004 bis 2009 mehr als 60 Reproduktionen, die 2012 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Scheers einzigartige 'Replica'-Werke zeigen zahlreiche Aktbilder und Portraits der gehobenen Pariser Gesellschaft, die die kühl-erotischen Sehnsüchte der Zeit bedienen.





Faszinierend ist das Selbstbildnis Tamara de Lempickas im grünen Sportwagen mit Lederhandschuhen, lasziv geschwungenem Schal, lederner Rennfahrerhaube, knallroten Lippen und kühlem, erhabenen Blick. Scheer versteht es brilliant, Lempicka als 'Femme fatale' auf der Leinwand wieder auferstehen zu lassen.



"Spontan kann ich am besten malen"

Der Krefelder Künstler und Hundeliebhaber – Clemens Scheer besitzt zwei Weimaraner – liebt die Spontanität. "Wenn ich mich in keinem zeitlichen Korsett befinde, kann ich am besten malen", verrät er. "Dann habe ich Zeit und Muße und spüre deutlich, dass ich mit einem neuen Kunstwerk beginnen möchte. Der Blick auf die leere weiße Leinwand gibt mir zu verstehen, dass sie nur darauf gewartet hat, ihr 'Dasein' mit Farbe zu vollenden".



Sein künstlerisches Schaffen wird oftmals von klassischer Musik begleitet, die ihn inspiriert, beruhigt und seine Phantasie anregt. "Ich liebe die vier Jahreszeiten von Vivaldi oder die neunte Symphonie von Beethoven", so der Klassikliebhaber. Als Atelier dient ihm sein lichtdurchfluteter Wintergarten, der den Blick auf ein grünes und – je nach Jahreszeit – blühendes Gartenparadies freigibt.

Eine reibungslose Kunstsession bedarf guter Vorbereitung

Aller Anfang ist schwer. Auch bei einem Künstler. "Der erste Pinselstrich ist der schwierigste", verrät Scheer. Mit welcher Farbe fange ich an? An welche Stelle setze ich den ersten Pinselstrich? Verwende ich doch lieber einen Spachtel?, sind die primären Fragen, die er sich stellt. Doch sämtliche konkreten Vorstellungen schwinden oder ändern sich, sobald Clemens Scheer mit Pinsel oder Spachtel die erste Farbe aufgetragen hat. "Dann nimmt die Kreativität ihren Lauf", sagt er lachend.



Aber auch der letzte Pinselstrich ist nicht minder leicht und für den Künstler – immer wieder – eine Herausforderung. "Gerade bei abstrakten Bildern kann ich noch den ein oder anderen Farbklecks sowie eine weitere Lasur draufgeben oder hier und da den absoluten 'Schluss-Strich' ziehen. Meine Erfahrung zeigt, dass es oftmals besser ist, lieber früher als zu spät ein Kunstwerk zu beenden, denn manchmal ist weniger mehr".

Für den Perfektionisten ist - insbesondere für die Gestaltung von Objektkunst - eine gute Vorbereitung das A und O für eine reibungslose Kunstsession. "Bei Verwendung bestimmter Materialien muss immer beachtet werden, dass konkrete Hilfsmittel parat zur Seite stehen müssen, um beispielsweise komplexe Formen in Stabilität zu bringen", erklärt er.

Ausdrucksstarke Gesichter und Körperformen

Beim Schlendern durch seine 140 Quadratmeter großen Galerie- und Ausstellungsräume, die sich im Zentrum Krefelds befinden, fällt auf, dass Clemens Scheer in vielfältiger Weise ausdrucksstarke Gesichter und Körperformen malt und plastiziert. "Menschen finde ich immens spannend", klärt er auf. "Für mich sind Gesichter die Visitenkarte der Menschen. So abwechslungsreich und einzigartig Menschen sind, so vielfältig sind auch meine gemalten Portraits".





Der temperamentvolle und kommunikationsfreudige Künstler liebt die Gesellschaft interessanter Menschen und ist zudem auch gerne Koch und Gastgeber. "Ich mag es sehr, für Freunde zu kochen", erzählt der Künstler mit leuchtenden Augen. "Das fängt schon mit den Vorbereitungen wie einem entspannten Einkaufen und einer liebevollen Tischdekoration an".

Künstlerische Gaumenfeuerwerke auf hohem Niveau

Leidenschaft, Stil und Genuss, so der Dreiklang, nach dem Clemens Scheer sein Lebensmotto ausrichtet. So ist es wenig verwunderlich, dass er auch seine Kochkunst – auf hohem Niveau gepaart mit Phantasie und viel Freude – auslebt. Eine Essenseinladung von Clemens Scheer zu erhalten, kommt einem Gaumenfeuerwerk gleich.

So verwöhnt er seine Gäste filmreif mit einem perfekten Fünf-Gänge-Dinner, welches beispielsweise aus einer getrüffelten Maronen-Samtsuppe, einem Duett aus Jakobsmuscheln und Riesengamba mit Orangen-Ingwer-Jus, einem Mango-Sorbet auf Sekt, einem Rinderfilet an Barolo-Sauce mit grünem Spargel und Drillingen sowie einem warmen Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern auf Himbeer-Püree besteht. Dazu korrespondierende Weine einschließlich Aperitif und Digestif. Statt eines Pinselstriches bildet ein duftender Espresso den finalen Schlusspunkt.



"Tatsächlich habe ich schon mit dem Gedanken gespielt, ein Restaurant zu eröffnen", verrät der ambitionierte Koch und schenkt sich einen tiefroten Reserva ein. "Es wäre wunderbar, Kochen und Kunst zu verbinden. Vor allem im Sommer, wenn im Gartenbereich des Restaurants überall Gemälde und Kunstobjekte stehen. Lauschig dekoriert mit unzähligen Kerzen und Laternen". Einzig der Name des Restaurants steht bereits fest: Es würde 'Kochkunst' heißen. Das ist doch ein guter Anfang!



Experimentelle Mal-Ideen

Scheers Phantasie kennt keine Grenzen. Selbst beim Werkeln in der Küche – umgeben von Kräutern und Gewürzen – entstehen neue und experimentelle Mal-Ideen. Derzeit arbeitet der Künstler an einem Aquarell-Projekt, bei dem ihm Safranpulver als Material dient. Auch hat er schon versucht, mit Roter Bete, Kurkuma, Curry, Rotwein und Kaffee zu malen.

Hipburn möchte mehr über den Allround-Künstler erfahren. Wir treffen uns in seinem idyllisch-ruhigen Domizil in Krefeld. Inmitten des Gartens mit Blick auf den Teich starten wir unser Interview. Die beiden Weimaraner Belle und Callas spitzen die Ohren und verfolgen neugierig diese Szenerie.



Hipburn Clemens, Welcher Künstler inspiriert und begeistert Dich?

Clemens Scheer Salvador Dali, einer der genialsten Surrealisten, findet meine größte Begeisterung. Seine Bilder geben die Spiegelung skuriler Träume wieder. Trotz großer Euphorie für diesen Maler, ist meine Malerei und Objektkunst nicht bewusst durch ihn oder ein anderes 'Vorbild' geprägt.

Hipburn An welchen ungewöhnlichen Orten würdest Du gerne malen?

Clemens Scheer Oh....da fällt mir ganz spontan ein ungewöhnlicher Ort ein. Ein leerstehender Flugzeughangar. Da hätte ich reichlich Platz, um ein gigantisches Kunstwerk zu erschaffen.

Hipburn Und....an welchen ungewöhnlichen Orten würdest Du gerne eine Ausstellung durchführen?

Clemens Scheer Jedes mal, wenn ich in die kleine spanische Küstenstadt Javea – zwischen Alicante und Valencia – in den Urlaub fahre, sehe ich auf der Fahrt vom Flughafen unfertige verrottete Bauruinen. Vor vielen Jahren entstanden und nun menschenleer. Steine, Sand und Gestrüpp sind ihre einzigen Begleiter. Genau dort würde ich gerne Bilder meiner 'Replica'-Serie aufhängen und präsentieren. Ein großartiger Kontrast zwischen dem Zerfall der Ruinen und den farbenprächtigen Bildern. Wenn dann die Gäste und Besucher zur Vernissage komplett in weiß gekleidet kämen, das würde mich total begeistern!



Hipburn Kennst Du die Käufer Deiner Kunstwerke persönlich? Weißt Du, wo Dein Bild oder Objekt eine neues zu Hause gefunden hat?

Clemens Scheer Ganz klares Ja. In den meisten Fällen liefere ich meine Kunstwerke auch sehr gerne persönlich zum Käufer. Gemeinsam wird dann nach dem idealsten Platz gesucht.

Hipburn Wie stehst Du zum Thema Auftragsmalerei? Bietest Du das an?

Clemens Scheer Klares Nein. Der Künstler gibt vor, was gemalt wird. Denn ein potentieller Auftraggeber hat möglicherweise eine abweichende Vorstellung von dem, was sich der Künstler vorstellt. In eine derartige Situation möchte ich mich nicht bringen lassen.

Hipburn Du bist innovativ und arbeitest sehr experimentell. Wie entwickeln sich neue Ideen?

Clemens Scheer lacht....Manchmal entstehen neue Techniken oder Ideen durch unbeabsichtigte 'Malunfälle'. Durch so ein Missgeschick ist zum Beispiel die umfangreiche Serie meiner Bilder 'Luminous Colours' entstanden.

Hipburn Du bist nicht nur Künstler, sondern auch Sales-Manager. Wie vermarktest Du Dich und Deine Kunstwerke?

Clemens Scheer Nahezu mein gesamtes Kunstwerk ist auf meiner Homepage www.clemens-scheer.de zu besichtigen. Zudem organisiere ich regelmäßig Ausstellungen. Auf meiner letzten 'ARTificial'-Vernissage habe ich meine abstrakten Bilder, Skulpturen und die Keramikkunst präsentiert. Weiterhin gestalte ich von meinen Werken Kunstbücher, die von einer renommierten Printfirma gedruckt werden. Auch auf Youtube sind diverse Filme über meine Kunstwerke abrufbar. Nach Absprache können Interessierte die Bilder und Objekte in meinen Galerieräumen besichtigen und sich somit einen Einblick über rund 300 Kunstwerke verschaffen. Last not least arbeite ich mit der Galerie Lück in Hamburg zusammen sowie mit der Kunst-Plattform Artmajeur.



Hipburn Wie schaltest Du ab? Wie entspannst Du?

Clemens Scheer Nicht nur künstlerisches Werken ist pure Entspannung für mich, auch bei der Gartenarbeit kann ich völlig abschalten. Zum Beispiel, beim Zuschneiden von Pflanzen. Ich liebe es, bei der Gartenarbeit auf den Knien zu rutschen. Große Freude spüre ich bei der Pflege meiner Zitruspflanzen wie Zitronen, Orangen und Pampelmusen. Wenn ich nach der Gartenarbeit auf der Terrasse die Abendstimmung mit Kerzenlicht genießen kann, ist das Glück pur.

Hipburn Welche visionäre Idee hast Du?

Clemens Scheer Ich habe die visionäre Idee, ein eigenes Kunstmuseum mit meinen Werken zu führen. Parallel dazu würde ich in dieser Location gerne mit anderen Künstlerkollegen Kunst-Workshops anbieten. Ich weiß, das ist nur eine Vision. Dennoch ist es schön, Träume zu haben.

Clemens, herzlichen Dank für das Gespräch!

Fotos: Clemens Scheer

www.clemens-scheer.de
Beitrag von Ulrike Fieback  /  01. Juni 2017  /  Drucken  /  Fehler melden  /  Erschienen bei Hipburn / © hipburn.de
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